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Amphibienschutzprojekte

Die Naturgruppe Salix verfügt über einen mobilen Amphibienzaun, welcher für Amphibienschutzprojekte am Hasenlooweiher bei Rossrüti sowie am Stadtweier und am Breitenlooweiher in Wil eingesetzt wird.

Karte: Amphibienschutzprojekte der Naturgruppe Salix

Übersichtskarte (Quelle: geoportal.ch; Bearbeitung: Naturgruppe Salix/SK)

Froschnen am Hasenlooweiher

Der Hasenlooweiher liegt auf dem Gemeindegebiet von Broschhofen zwischen Rossrüti und Wuppenau und wurde im Jahr 2001 ins Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen. Er wird von Erdkröten, Grasfröschen, Bergmolchen und Wasserfröschen, sowie vereinzelt von Teichmolchen, als Laichgewässer genutzt. Die vielbefahrene Kantonsstrasse, welche zwischen dem Weiher und dem eigentlichen Laichgewässer verläuft, stellt für wandernde Amphibien ein gefährliches Hindernis dar.

Seit den 1980er Jahren organisiert der Sekundarlehrer Guido Zurburg jedes Frühjahr das sogenannte "Froschnen": Im Februar wird entlang der Strasse, auf einer Strecke von mehreren hundert Metern, ein Zaun aufgebaut, welcher Amphibien davon abhält, die Strasse zu überqueren. Der Zaun wird während der Laichsaison jeden Abend von freiwilligen Helferinnen und Helfern kontrolliert. Die dort wartenden Amphibien werden eingesammelt, gezählt und ins Laichgewässer gebracht. Anfang April wird der Zaun wieder abgebrochen. Aus den am "Froschnen" beteiligten Kreisen formierte sich im Jahr 1999 die Naturgruppe Salix.

Im Februar 2010 erstellte der Kanton St. Gallen ein Amphibienleitwerk mit einem Tunnel, durch welchen die Amphibien gefahrlos vom Laichgewässer zum Weiher und zurück gelangen. Die Leitmauern sichern allerdings nur einen Teil des gefährdeten Strassenabschnitts ab. Auf der restlichen Strecke kommt auch künftig der mobile Amphibienzaun zum Einsatz. Das Froschnen findet weiterhin statt, weil so einerseits die Entwicklung der Amphibienpopulation verfolgt werden kann und die Aktion andererseits einen umweltpädagogischen Zweck erfüllt.

Karte: Froschnen am Hasenlooweiher

Situation am Hasenlooweiher (Quelle: geoportal.ch; Bearbeitung: Naturgruppe Salix/SK)

Projekt "Jungtierzug Stadtweier"

Der Wiler Stadtweier, früher auch "Unterer Weier" genannt, wurde im Mittelalter angelegt und bildet heute das Herzstück des idyllischen Stadtparks. Ab Mitte Juni verlassen frisch metamorphosierte Jungamphibien der Spezies Grasfrosch und Erdkröte die Schilfzone am Nordostufer des Stadtweiers, wo sie die Larvalentwicklung durchlaufen haben. Ebenfalls Mitte Juni findet auf der angrenzenden Unteren Weierwiese seit 2001 jährlich das Open Air "rockamweier" statt. Abwandernde Jungamphibien, welche sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Gelände befinden, haben kaum eine Chance, den Tumult während der Veranstaltung zu überleben, denn aufgrund ihrer geringen Körperlänge von rund 1.5 cm werden sie leicht übersehen und zertrampelt.

Während die Abwanderung der Jungamphibien in den Jahren 2001 bis 2006 vermutlich erst nach dem Openair eingesetzt hatte, befand sich während dem "rockamweier" 2007 schon eine erhebliche Anzahl Tiere auf der Weierwiese. Auf Anfrage der Organisatoren errichtet die Naturgruppe Salix deshalb seit 2008 im Vorfeld des Openairs einen Amphibienzaun entlang dem nordöstlichen Weierufer, welcher die Abwanderung der Jungamphibien bis nach der Veranstaltung verzögern soll.

Karte: Amphibienschutzprojekt Jungtierzug Stadtweier

Situation am Stadtweier (Quelle: geoportal.ch; Bearbeitung: Naturgruppe Salix/SK)

Projekt "Jungtierzug Breitenloo"

Im Jahr 1999 wurde im Wiler Breitenloo, das im Osten des Gebiets Weierwisen liegt, ein Retentionsbecken angelegt. Obwohl es ursprünglich als Versickerungsanlage geplant war, führt es heute permanent Wasser und wird deshalb "Breitenlooweiher" genannt. Das Gewässer wurde kurz nach der Fertigstellung von Grasfröschen und Bergmolchen besiedelt. Die Jungtiere dieser Amphibienarten beenden im Verlauf des Sommers (Grasfrosch) beziehungsweise im Herbst (Bergmolch) das Larvenstadium und verlassen in grosser Zahl das Gewässer, um einen Landlebensraum aufzusuchen.

Um zu verhindern, dass die Jungamphibien in Richtung der stark befahrenen Konstanzerstrasse abwandern und dort dem Verkehr zum Opfer fallen, errichtet die Naturgruppe Salix seit 2004 jeweils von Mitte Juni bis Ende Oktober einen Amphibienzaun entlang dem südlichen und östlichen Gewässerufer. Anscheinend lässt sich der Jungtierzug durch den Zaun in Richtung Norden und Westen umleiten: Seit das Projekt durchgeführt wird, werden auf der Konstanzerstrasse markant weniger überfahrene Jungamphibien beobachtet.

Karte: Amphibienschutzprojekt Jungtierzug Breitenloo

Situation im Breitenloo (Quelle: geoportal.ch; Bearbeitung: Naturgruppe Salix/SK)

Amphibienzaun am Breitenlooweiher

Der Amphibienzaun am Breitenlooweiher im Juli 2010 (Foto: Naturgruppe Salix/SK)



Last Update: 09.08.2017